Was wir meinen, wenn wir Herkunft und meinen

Nicht nur Studenten der Soziologie und Anthropologie setzen sich intensiv mit den Themen über Herkunft und Nationalität auseinander, sondern Menschen aller Art kommen immer wieder mit diesen beiden Begriffen in Berührung und müssen sich dann erstmal selber ein Bild davon machen, was genau was ist. Dies ist gar nicht so einfach, denn viel zu häufig werden die Begriffe gleichwertig genutzt, besonders in politischen Sphären, was zusätzlich zu Verwirrungen und Frustrationen führen kann. Dabei sind die Unterschiede relativ einfach zu erklären, um sie dann auch im echten Leben durchzuführen.
Herkunft – dieser Begriff ist sehr viel reflexiver als zunächst vermutet, da unter Herkunft eine Menge anderer, nachrangiger Begriffe fallen. Herkunft wird deswegen oftmals mit Nationalität gleichgesetzt, weil Menschen auf die viel gestellte Frage „wo kommen Sie her“ mit dem Land antworten „Ich komme aus Deutschland / ich bin Niederländer“. Während dies nicht grundlegend falsch ist, bietet der Begriff „Herkunft“ aber noch viel mehr. So kann damit auch eine Familientradition gemeint sein, wie etwa die Abstammung von Wikingern oder eine Übersiedlung aus anderen Kulturkreisen, wie etwa aus Südamerika. Herkunft hat etwas Inneres an sich, was Nationalität kaum zu liefern imstande ist. So kann die Herkunft auch ein Gedanke sein, wie etwa das Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Gruppe an Menschen, dem Freundeskreis oder dem Sportverein. Wo man herkommt äußert sich auch oft darin, wie man aufwächst und welche Werte einem in der Kindheit vermittelt werden. Dies zeigt sich auch, wie man später aufwächst und die eigenen Werte nach außen trägt. Herkunft manifestiert sich durch eine Anzahl innerer sowie äußerer Variablen, die für jeden Menschen unterschiedlich sind. Zwei Geschwister zum Beispiel können gleich aufgezogen worden sein, aber durch äußere Einflüsse würden sie heute ihre „Herkunft“ unterschiedlich definieren.

Nationalität – dieses Konzept, oder eher die Bedeutung dahinter, ist zwar an sich eindeutiger zu definieren, wird aber in der modernen Welt mit allerlei anderen Attributen behaftet, besonders aktuell um Stimmung zu machen. An sich bezeichnet die Nationalität nichts weiteres als das Land der Herkunft, „Deutscher, Schwedin, Südafrikaner“. Aber schon hier fängt es an, problematisch zu werden. Denn die Nation mag nicht immer souverän sein und das Gedankengut einer Person nicht notgedrungen mit einem nationalen Ansehen vereinbar. „Nationalität“ hat daher eher bürokratische Zwecke, beispielsweise um Menschen anhand eines gemeinsamen, international anerkanntem Maßstab zu kategorisieren. Basierend auf einer Nationalität können Botschaften arbeiten, Demokratie gelebt werden und internationale Handlungen und Debatten geführt werden. Eine Polin zum Beispiel hat immer Recht darauf, in einer polnischen Botschaft im Ausland aufgenommen zu werden, in einer Botschaft eines gänzlich anderen Landes aber gilt das für sie nicht.

Wie wir heute die beiden Begriffe definieren und unterscheiden liegt auch sehr daran, wie unsere eigene Herkunft uns geprägt hat und mit welchen Werten und Grundgedanken wir an diese grundsätzlich unterschiedlichen Aspekte rangehen.

Berlin-Besuch – was tun, um mehr über die Geschichte Ihrer Vorfahren zu erfahren?

Keine andere Stadt Deutschlands ist so sehr Symbol für die jüngere Geschichte Deutschlands. Nicht nur Deutschland war jahrzehntelang zweigeteilt, sondern auch Berlin. Die Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt – die Mauer aber erst 1961 errichtet. Zusätzlich war West-Berlin von seinem Mutterstaat Westdeutschland durch eine Mauer abgeschnitten. Eine Tatsache, die viele Tragödien verursachen sollte.

Wenn Sie mehr über die Geschichte Ihrer Vorfahren wissen möchten, dann empfehlen wir Ihnen, folgende Orte in Berlin zu besuchen.

Eine Mauer quer durch die Stadt

1989 fiel die Mauer und mit ihr die brutale Trennung der beiden Teile Deutschlands. Das Brandenburger Tor, vor dem die Mauer verlief, wird heute als das wichtigste Symbol für Deutschlands Wiedervereinigung angesehen. In der U-Bahn am „Brandenburger Tor“ erhält der Besucher in einer ständigen Ausstellung Einblick und interessante Informationen.

Die Mauer wurde in den letzten Jahren bis auf wenige Teile abgetragen. An der „East Side Gallery“, einem Rest der berüchtigten Mauer, haben Künstler ihrer Freude und Hoffnung Ausdruck gegeben. Ob die Hoffnungen erfüllt wurden?

Check-Point Charlie

Heute erinnert eine Gedenktafel und das Museum „Haus am Checkpoint Charlie“ an den ehemaligen Grenzübergang zwischen West- und Ostberlin. Im Museum werden erfolgreiche und gescheiterte Fluchtversuche dokumentiert. Erheiternd manchmal – oft jedoch erschütternd.

Aus Feinden wurden Freunde

In einer Dauerausstellung wird die Präsenz der Westmächte in Berlin dokumentiert. Das „Alliierten-Museum“ dokumentiert die besondere Lage Berlins inmitten der „feindlichen“ DDR und wie aus den verfeindeten Alliierten über die Jahre Freunde wurden. Spannend und dramatisch.

Gedenkstätten

Zum Nachdenken anregen soll das aus 2711 Stelen errichtete „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“. Im „Ort der Information“ wird das Thema aus historischer und persönlicher Sicht präsentiert.

Ein Ort der Besinnung ist die „Gedenkstätte Berliner Mauer“. Sie steht direkt auf der ehemaligen Grenze.

Im „Stasi-Museum“ erhält der Besucher Einblick in den Spitzel-Staat. Topgeheim während DDR-Zeiten, sind Daten, Arbeitsweise, Dienst- und Arbeitsräume einsehbar. Befreiend, besonders für jene, welche unter dem Regime schikaniert und ihrer Freiheit beraubt wurden.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche fast völlig zerstört. Ihre Reste wurden gesichert und bleiben als Mahnmal für jene schreckliche Zeit stehen. Daneben wurde zwischen 1959 und 1963 eine neue Kirche in Form eines Oktogons errichtet. Sie ist mit Resten der Mosaikdecke aus der zerstörten Kirche dekoriert. Die Gedächtniskirche steht am Kurfürstendamm – eine sinnvolle Abwechslung zum Shoppen.

Anne Frank Zentrum

In vielen Schulen ist Anne Franks Tagebuch Pflichtlektüre. Wer sich eingehender über das kurze Leben der jungen Schreiberin und der damaligen Zeit informieren möchte, kann das in der ständigen Ausstellung „Anne Frank. hier & heute“ tun.

Wie lebt es sich in einem Schnüffel-Staat?

Im „DDR-Museum“ wird lebendig präsentiert, wie es sich anfühlt, abgehört zu werden, jahrelang auf ein Auto zu warten und nur in ausgewählte Länder reisen zu dürfen? Dies und viel mehr aus dem Alltag der DDR-Bürger kann der Besucher hier nachfühlen, sehen und hören. Berührend.

Wir haben nur eine kleine Auswahl aufgeführt – Berlin bietet reichlich Stoff, um uns mit unserem geschichtlichen Erbe auseinander zu setzen.

Die 5 besten Geschichtsmuseen in Berlin

In Berlin gibt es weit über 150 Museen zu begutachten. Da man meist nicht alle Museen aufgrund notorischen Zeitmangels unserer heutigen Gesellschaft besuchen kann, haben wir für Sie die Auswahl ein wenig reduzieren können.

Dabei lassen wir die Museen der verschiedenen Disziplinen aus und konzentrieren uns auf die geschichtlich relevanten Top-Museen. Wer sich dagegen auch für naturwissenschaftliche und Museen der Kunst interessiert, sollte sich anderswo orientieren.

Wir stellen Ihnen heute in Kurzschau die 5 (unserer Meinung nach) besten und interessantesten Museen der Hauptstadt Deutschlands vor und hoffen, dass wir ihre geschichtlich angehauchte Entdeckungsreise somit in die richtigen Bahnen lenken können!

Platz 5: DDR-Museum

Das DDR-Museum zieht seine Besucher in die Welt eines Ost-Deutschen. Sie erleben, wie sich das Leben in der DDR angefühlt hat. Dabei bietet das DDR-Museum eine interaktive Ausstellung an, die sich definitiv lohnt! Es ist das mitunter spannendste und erlebnisreichste Museum in Berlin, da man einen realitätsnahen Einblick hinter die Kulissen bekommt und wirklich versteht, wie das Leben in der DDR ausgesehen hat. Dabei ist das Motto „Geschichte zum Anfassen“ allgegenwärtig. Ein absolute Top Attraktion, was sich auch in den Besucherzahlen widerspigelt.

Platz 4: Jüdisches Museum

Das Jüdische Museum ist ein Kunstwerk an und für sich. Das innovative Äußere ist dem Architekten Daniel Libeskind zu verdanken. Es ist das größte jüdische Museum Europas. Die Ausstellung verleiht einen hervorragenden und tiefgründigen Einblick in die jüdische Geschichte über 2 Jahrtausende. Betonung erlangen natürlich auch die tragischen nationalsozialistischen Elemente der Ausstellung. Dabei werden auch ergreifende Schicksale von Juden in das Museeumserlebnis mit eingebunden, was dem Museum eine überaus persönliche und emotionale Note verleiht.

Platz 3: Deutsches Historisches Museum

In diesem Museum erhalten Sie in einem prächtigen Gebäude im Barock Stil einen umfassenden Eindruck von der deutsch-europäischen Geschichte. Mit über 8.000 Ausstellungsstücken ist es eines der größten Geschichtsmuseen in der deutschen Hauptstadt. Es vermittelt vor allem die internationalen Beziehungen und Konflikte in der deutschen Geschichte. Um eine Einordnung Deutschlands in seinen internationalen Kontext zu erlangen, ist das Deutsche Historische Museum bestens geeignet.

Platz 2: Neues Museum

Als Teil des Weltkulturerbes der Berliner Museumsinsel besticht das Neue Museum seit seiner Neueröffnung 2009 wieder seine Besucher. Dabei ist die Ausstellung auf die Vor- und Frühgeschichte bezogen und entfernt sich somit von der stark vertretenen Dokumentation des Nationalsozialismus. Es beherbergt 3 Sammlungen auf über 8.000 Quadratmetern Fläche! Auch das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung sind in dem Neuen Museum zu finden.

Platz 1: Pergamonmuseum

Das Pergamonmuseum besticht durch seine Vielfalt an dargebotenen Schauplätzen. Es enthält 3 Sammlungen: Das Vorderasiatische Museum, das Museum für islamische Kunst und die Antikensammlung mit antiken Architektur und Skulpturen.

Besonders eindrucksvoll ist das Erleben der antiken Architektur, die einen in die Historie geradezu zurückversetzen. Man bekommt ein Erlebnis durch die imposanten Rekonstruktionen der antiken Bauensembles. Nicht umsonst ist das Pergamonmuseum ein Muss in Berlin für jeden Geschichtsfreund!